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Altes Geld - Die Serie bei RTL Crime (Foto: )
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Altes Geld


Perfides Familien-Gesellschaftsdrama

Donnerstag 20:45 Uhr (ab 16. März)
Freitag 13:45 Uhr (Wdh.)
Samstag 23:15 Uhr (Wdh.)

"Altes Geld" gehört zu den am besten besprochenen TV-Serien der letzten Jahre. Während der Serienschöpfer David Schalko („Braunschlag“, „Die Aufschneider“) es als „Dallas für Geistesgestörte“ zusammenfasst, ist es doch sehr viel mehr. Nicht ohne Grund konnten ein paar der besten deutschsprachigen Schauspieler für ein einzigartiges Ensemble gewonnen werden.

Die Serie "Altes Geld" seziert die gesellschaftlichen Abgründe einer durch und durch korrupten Gesellschaft, in der kein einziger auch nur einen Funken Menschlichkeit bewahrt hat.

Der dem Tode geweihte Patriarch Rauchensteiner (Udo Kier) versammelt seine Sippe um sich, um sie einem Wettbewerb auszusetzen: Derjenige, der ihm eine neue Leber verschafft, erhält das Milliardenerbe. Waren die einzelnen Familienmitglieder zuvor lediglich an ihrem eigenen Wohl interessiert und zelebrierten sie einen rücksichtslosen Lebensstil, so verstärkt sich ihr Egozentrik maximal durch das zu erwartende „Preisgeld“ zu einem Amoklauf, bei dem alle auf der Strecke bleiben.

In gewisse Weise stellt das artifiziell überhöhte Familien-Gesellschaftsdrama eine morbid-comichafte Variation von subversiven TV-Dramen wie „Kir Royal“ dar. Dabei stehen hier aber nicht nur einige Gesellschaftsschichten, sondern die gesamte Gesellschaft am Pranger. Politik, Handlanger, Journalisten, Wissenschaftler, Söldner und unverhoffte Nutznießer treten wie Schmeißfliegen auf die Bühne und repräsentieren eine hedonistisch, skrupellose Kultur, ohne jeden Hoffnungsschimmer.

Hier ist Mord ein alltägliches Mittel, Erpressung gehört fast zum guten Ton, Menschen sind Material und fast jede Tat ist hassgetrieben. Durch ihre satirische Übersteigerung erhält die Serie viel absurde Komik, die das Gezeigte dem Zuseher in ausreichender Distanz darbieten, sodass der Unterhaltungswert trotz des Elends und der gefeierten Misanthropie nicht zu kurz kommt.

Udo Kier als Rauchensteiner
Nachdem Udo Kier eine kaufmännische Ausbildung begann, geht er im Alter von 21 Jahren nach London und besucht dort eine weiterführende Schule. Über eine Zufallsbekanntschaft erhält er eine Rolle in dem Film "Route de St. Tropez" (1966) und ist seit dem Feuer und Flamme für das Filmgeschäft.

In den 1970er Jahren spielt er an Seite von Jean Marais in der TV-Serie "Caligostro". Nachdem er Andy Warhol kennenlernte, konnte Kier in dessen Kultfilmen "Frankenstein" und "Dracula" die Hauptrollen übernehmen. In seiner weiteren Karriere prägten Begegnungen mit Regisseuren seine Biografie. Für Rainer Werner Fassbinder spielte er unter anderem in "Lili Marleen", "Lola" und in der Historienserien "Berlin Alexanderplatz".

Außerdem hat seine Zusammenarbeit mit Lars von Trier eine beeindruckende Breite von erinnerungswürdigen Auftritten ergeben. Kier spielte in fast allen von Triers Projekten, angefangen bei "Epidemic", "Medea", "Europa" – der Ausnahmeserie "Geister“, in den mehrfach preisgekrönten Filmen "Breaking the Waves", "Dancer In The Dark", "Manderlay", „Melancholia“ und zuletzt in den Skandalfilmen "Nymphomaniac 1" und "Nymphomaniac 2".

In Hollywood konnte er ebenfalls Fuß fassen – seine Mitwirkung an den Filmen "Even Cowgirls Get the Blues" und "My Private Idaho" von Gus Van Sant haben Kultcharakter. In der Folge gehörte etwa zu der Besetzung von „Barb Wire“, „Johnny Menomic“, „End of Days“, „Armageddon“ und „Blade“.

Zudem hatte Kier Auftritte in allen Filmen von Christoph Schlingensief – so in "100 Jahre Adolf Hitler - Die letzten Stunden im Führerbunker", „Die 120 Tage von Bottrop" (1997) und in „Terror 2000 - Intensivstation Deutschland“.

Einen seiner prägnanten Auftritte hatte er in den Scifi-Nazi-Posse „Iron Sky“, für dessen Fortsetzung „Iron Sky: The Coming Race“ er gerade vor der Kamera“ steht.